[Juenger-list] Konf: Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen Konservativismus nach 1945 in den Westzonen Deutschlands - Berlin 06/07
Phlegethon
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Sun May 27 20:06:26 EDT 2007
From: Natalie Nik-Nafs <natalie.nik-nafs at rz.hu-berlin.de>
Date: 22.05.2007
Subject: Konf: Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen
Konservativismus nach 1945 in den Westzonen
Deutschlands - Berlin 06/07
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Prof. Dr. Erhard Schütz
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für deutsche Literatur
Hegelplatz 2
10099 Berlin, Berlin
08.06.2007-09.06.2007, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für
deutsche Literatur, Hegelplatz 2, 10099 Berlin, Raum 1.103
Auf der interdisziplinären Tagung Solitäre und Netzwerker. Akteure des
kulturpolitischen Konservativismus nach 1945 der Humboldt-Universität zu
Berlin sollen die verschiedenen Positionen im Spektrum konservativen (d.
i. nicht-sozialistischen und nicht-liberalistischen) Denkens präsentiert
und diskutiert werden, ihre Beziehungen zueinander, ihre Stellung im
intellektuellen Milieu der Westzonen und der frühen Bundesrepublik und
ihr Einfluss auf die kulturpolitischen Debatten der Nachkriegsjahre.
Die Auseinandersetzung um Mohler, Vietta, Nebel, Boveri u. a., die im
Zentrum des ersten Blocks der geplanten Tagung stehen wird, knüpft dabei
direkt an die Beiträge der am 1./2. Februar 2006 von Peter-Uwe Hohendahl
und Wolf Kittler organisierten Konferenz Conservative Thought in West
Germany after 1940: Martin Heidegger - Carl Schmitt - Ernst Jünger am
Institute for German Cultural Studies der Cornell University Ithaca (New
York, USA) an.
In der geschichts-, kommunikations- und literaturwissenschaftlichen
Forschung der letzten Jahrzehnte ist oft genug auf die Elitenkontinuität
vor und nach 1945 verwiesen worden, auf alte Seilschaften, auf die auch
im Nachkriegsdeutschland Verlass war, auf die Netzwerke an den
Universitäten und in den Medien, in der Politik, der Wirtschaft und im
Kulturbetrieb, in den bald wieder aufgerichteten Streitkräften und im
halbherzig entnazifizierten Justizapparat. Mehr als einmal wurde dabei
herausgestellt, wer durch welchen für das Dritte Reich geleisteten
Beitrag eigentlich empfindlich kompromittiert war und nach Kriegsende
wieselflink den Anschluss an die neue Zeit gesucht und gefunden hatte.
Das Interesse an der berufsgeschichtlichen Vita der jung gebliebenen
Alt-Nazis und die mitunter skandalisierende Suche nach einer
nationalsozialistischen Durchdringung der Bundesrepublik (L.
Hachmeister) überdeckte dabei aber nicht nur, dass sich die
technokratisch-pragmatische Generation des Unbedingten (M. Wildt)
mehrheitlich den veränderten politischen und sozialen Bedingungen nach
1945 recht geschmeidig und erfolgreich anpasste. Sie versperrte vor
allem auch den Blick auf die Elitenkontinuitäten im
kulturpolitisch-konservativen Lager, auf die keineswegs leise
auftretenden kulturpessimistisch orientierten Intellektuellen und
Besatzungskritiker, die sich zwar teilweise während der NS-Zeit
ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert hatten, zu Konzessionen an den
postnationalsozialistischen Zeitgeist aber kaum bereit waren.
Ausgehend von der Beschäftigung mit dem jeweils spezifischen der
Bindungen, dem jeweils spezifischen der Vermittlungstätigkeiten
verschiedenster Personen und Konstellationen - im Zentrum Mohler,
Vietta, Nebel, Boveri - soll das Feld im weiteren Verlauf der Tagung
für die Positionen von Solitären und Netzwerkern geöffnet werden, die
wenn überhaupt allenfalls indirekt von den Schriften Heideggers,
Schmitts und Jüngers beeinflusst wurden.
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Freitag, der 8. Juni 2007
Einführung
10: 00 Begrüßung
10: 30 Constantin Goschler (Bochum): Radikalkonservatives Denken in der
frühen Bundesrepublik im Kontext
11: 00 Dirk van Laak (Jena): Ideengeschichtliche Elemente in den
Grundkonstellationen der frühen BRD
12: 00 Mittagspause
Jüngers und anderer Jünger
14: 00 Gregor Streim (Berlin): "Aufbruch zum Sein". Kulturkritische
Positionierungen zwischen Jünger und Heidegger: Gerhard Nebel und Egon
Vietta
14: 30 Roland Berbig (Berlin): "Ich stelle Ihr Bändchen in meine Bücher
ein." Zur Begegnung von Margret Boveri und Ernst Jünger
15: 30 Kaffeepause
Antipoden der Frankfurter Schule
16: 00 Jens Hacke (Berlin): Arnold Gehlen und der technokratische
Konservatismus
16: 30 Stephen Brockmann (Carnegie Mellon): "Der Nullpunkt und seine
Überwindung: Hans Egon Holthusen
18: 00 Abendessen
Abendvortrag
20: 00 Peter Uwe Hohendahl (Cornell): Erzwungene Synthese: Ernst Jüngers
Roman "Heliopolis" als theologisch-politisches Projekt
(Raum 1.101)
Samstag, der 9. Juni 2007
Alte Netze neu ?
9: 30 Rainer Rutz (Berlin): Die Truppen von Signal - Nachkriegspresse
und PK
10: 00 David Oels (Berlin): Rowohlts Rotations Routine
11: 00 Kaffeepause
11: 30 David Bathrick (Cornell): Von der UFA zur DEFA: Gegenwarts- und
Vergangenheitsbewältigung im Berliner Kino 1945-1948
12: 00 Wolfram Knäbich (Berlin): Friedrich Sieburgs Auftritt nach
1945
13. 00 Mittagspause
15: 00 Karl Prümm (Marburg): Renouveau catholique: Walter Dirks und die
Erneuerung der linkskatholischen Netzwerke in den "Frankfurter Heften".
15: 30 Sean Forner (Michigan State): Die Kehrseite der Kulturkritik.
Publizisten eines 'dritten Weges'.
16: 30 Kaffeepause
17: 00: Geoffrey Waite (Cornell): Left-Heideggerianism as Trasformismo,
1919-2007
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Natalie Nik-Nafs
natalie.nik-nafs at rz.hu-berlin.de
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<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=7349>
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