[Juenger-list] Vorankündigung: Ernst Jünger und die Linie

Tobias Wimbauer wimbauer at web.de
Thu Jul 6 06:05:13 EDT 2006


Liebe Jünger-Freunde,

mich erreichte nachstehende  Voranzeige eines im Herbst erscheinenden Buches zu Ernst Jünger. 
Das Buch kann beim Autor direkt subskribiert werden: tk(at)timokoelling.de (Bitte (at) durch @ ersetzen.) 
Herzliche Grüße rundum, Ihr / Euer TW


http://www.timokoelling.de
Timo Kölling 
ERNST JÜNGER UND DIE LINIE 
Eine geschichtstheologische Skizze 
Paperback / ca. 100-150 großformatige Seiten / Preis: ca. 9,00-14,00 EUR 

Vorbestellungen sind willkommen! 

In diesem Buch ist nicht nur von Ernst Jünger die Rede, sondern auch von Augustinus und Heidegger, Hölderlin und Nietzsche, Thomas Bernhard und Peter Handke; von Postmoderne und Barock, Dekonstruktion und Sein, von Wahrheit und Lüge der Imagination, vom "Nihilismus" und seiner "Überwindung", von Gott und Göttern, von Ende und Wiederkehr der Geschichte. Ernst Jünger erscheint in dieser Arbeit als Spiegel, auf dessen Fläche ein geistiger Raum sichtbar wird, der, obgleich ungedacht und damit noch zukünftig, in der Gegenwart fruchtbar und verwandelnd sich auswirken könnte. Aber gibt es "die" Gegenwart? Die Gegenwart, die wir meinen, ist "unsere" und ist trotzdem "noch nicht da". Sie würde darauf verzichten, eine "historische" sein zu wollen, wäre Gegenwart nur des je und je Einzelnen, würde aber, indem sie meine, deine, unsere Gegenwart ist, den Raum eines Miteinander konstituieren, der von den Verfehlungen einer in sich selbst (der Unendlichkeit ihrer Selbstproduktionen) erstarrten und Offenheit je nur fingierenden Subjektivität frei ist. Indem wir die "Weltanschauung" als verschleiernden Modus einer das "Ereignis" (die Möglichkeit des Ereignisses) außerkraft setzenden "Ichanschauung" begreifen, ist diese Schrift - einer Einsicht Jüngers entsprechend - auch ein Traktat über die Unmöglichkeit, "konservativ" zu sein. 

Die Form, die ich dafür gewählt habe, ist die einer "Skizze". Das heisst: es handelt sich weder um eine wissenschaftliche Arbeit, die rekonstruiert, was Ernst Jünger zu einem bestimmten Thema gesagt und gedacht hat, noch handelt es sich um einen Essay, der bewußt auf die erschöpfende Darstellung eines Inhalts verzichtet, um diesen in das freie Spiel subjektiver Zugangsweisen aufzulösen. Diese Skizze ist der Versuch, zu zeigen, wie Ernst Jünger, sein "Werk" oder seine "Gestalt", kraft einer Denkfigur, mit deren Schlüssel jede einzelne seiner Schriften sich deuten ließe, tief in die Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts sich einzeichnet. Diese Denkfigur ist die "Linie". Sie ist gedacht als der "Nullmeridian", der unser Zeitalter des "Nihilismus" von einem "postnihilistischen" trennt, einer neuen "Weltepoche", von der Jünger sich, mit Hölderlin und Nietzsche, eine "Wiederkunft der Götter" erhoffte. Die kontinuierliche Entfaltung dieser Denkfigur nimmt in Jüngers Spätwerk die Gestalt einer aphoristischen Philosophie der Kunst und des künstlerischen Schaffens an. 







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