[Juenger-list] Henry Malon zum Thema "Geld"

John King jejking at btopenworld.com
Thu Jan 26 04:29:13 EST 2006


FROM HENRY MALON...

Diese Mail kommt immer wieder nicht durch... Ich
schicke es daher selbst...

Schöne Grüsse aus Hamburg,

JK

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Geld ist das wesentliche und einzige
Besaenftigungsmittel  der 
maroden Geltungsbeduerfnisse - aller Art."  Harold
Kleed. (1934  - ).

 Liebe Juenger Freunde:
Da hat der Herr Hedderich wohl den Nagel ganz gut auf
den Kopf
getroffen, " dass Geld fuer Ernst Juenger kein Thema
war, da es nicht dem von ihm gepflegten Bild und nicht
seiner Denkungsart entspraeche."

Angeblich hat Juenger wiederholt gesagt, dass IN
STAHLGEWITTERN  =
sein "Brot und Butter" Buch war.  In SIEBZIG VERWEHT
bemerkt er mehrmals, dass DER ARBEITER (1932) weder in
Deutschland noch im Ausland ankam. Aus diesem Grunde
erwaegte er vielmals Revisionen, aber er kam niemals
dazu. Er hatte grosse Hoffnungen fuer AN DER ZEITMAUER
(1959), doch wurde er auch hier enttaeuscht.

Als ich vor vier Jahren meine Heimatstadt (Einw. 80
000) im 
Muensterland besuchte, und in einem renommierten
Buchgeschaeft fuer ein Buch bei Juenger ansprach,
sagte der Inhaber mir er habe kein Juenger Buch auf
Lager - "kein Bedarf".

Als ich vor drei Jahren dem Klett-Cotta Verlag einen
Vorschlag fuer ein Juenger Buch anbot, wurde mir
gesagt , dass sich kein Bedarf fur Juenger Buecher
befinde, " dass Juenger auf einer Talfahrt waere."

Wie ein informierter Juengerfreund weiss, wurde der
Juenger-Nebel 
Briefwechsel vor zwei Jahren veroeffentlicht. Da ich
gewoehnlich zwei Wochen in der Heiligkreuztal Gegend
waehrend des Symposiums verweile, besprach ich das
Buch bei meiner Ankunft mit der Juengerhauskuratorin.
Nach dem Symposium fragte ich sie wieviele Exemplare
ueber den Juenger-Nebel Briefwechsel sie verkauft
habe:" Kein einziges!"

Somit hatte Heiner Mueller die Lage wohl richtig in
1988 analysiert. Wenn man den Reichtum des
Prachkoettels Goethe und des Zimperlings Thomas Mann
mit dem Juengers vergleicht, so gibt es doch gar
keinen Vergleich. Doch soll Goethe kurz vor seinem
Tode gesagt haben, er haette keine drei glueckliche
Wochen in seinem Leben genossen, und der Zimperling
Mann haette Goethe "mit drei Tagen" uebertroffen. Da
Juenger sich nicht fuer das krankhafte
Geltungsbeduerfnis und Geld interessierte , waere so
eine Frage fuer ihn belanglos. Er sagt aber in SIEBZIG
VERWEHT I  am 23.5.1968: " Der musische Mensch laesst
sich allzu leicht fuer Ideen einspannen, die ihn von
seiner Berufung ablenken; er scheitert daran oft.
Seine Existenz ist von einem Reichtum abhaengig, der,
durch wen auch immer, in Kultur verwandelt wird. Das
ist ihm wichtiger als eigener Reichtum, ja als das
taegliche Brot."

"Selbsuechtige Gier zerstoert Geselligkeit und
Zaertlichkeit." Juvenal   (55-130). 
"Gott laesst uns dreifach fuer das Almosen zahlen, das
wir versaeumt haben."  SIEBZIG VERWEHT V.   12.8.
1995.  185.
"Unsicherheit, Vertrauenslosigkeit, Ungluecklickeit
verraten die 
Versicherungsordnungen und der unglaubliche Reichtum
der 
Versicherungsgesellschaften. Es gibt Laender in denen
jeder, dem man begegnet mehrfach versichert ist und in
denen man dennoch das Gefuehl hat, dass nicht nur die
Unzufriedenheit, das Missbehagen, sondern sogar die
Unsicherheit ununterbrochen zunehmen."  DER ARBEITER. 
  441.
"Reiche Leute langweilen mich. Sie sind reich, weil
das ganze Leben nur mit Geld zu tun hat, und sie immer
nein zu ihren Mitmenschen sagen."  Francois Sagan. 
(1935 - )
" Waehrend meiner Lebenszeit habe ich viele wichtige
Koffer kennengelernt, die es im Leben zu etwas
brachten und sehr reich dabei wurden. Doch gewoehnlich
waren sie ausserhalb ihres Geschaeftsbereichs
unvernuenftig und liederlich - und Menschen ohne
Substanz."  Somerset Maugham. (1874-1965).

Herzlich - aus dem Lande der ziegelroten Abenakis, der
freudigen 
Raubdrucker, der rosaroten Irokesen und des maechtigen
Manitous.   



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