[Juenger-list] EJ und das Geld
Wahe at aol.com
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Sat Jan 21 09:10:43 EST 2006
Zu dem von Martin Reichel gestellten Thema kann ich folgende Anekdote
beisteuern:
Ende der neunziger Jahre, als EJ noch lebte, kam ich im Anschluß an eine
Lesung mit dem Verleger und Autor Jörg Schröder (März Verlag, Siegfried, Schröder
erzählt) ins Gespräch. Als er erzählte, daß Teile der März-Akten als Vorlass
an das Marbacher Archiv gegangen seien, erwähnte ich, daß er das mit EJ
gemeinsam habe, der seine frühen WKI Tagebücher auch bereits dorthin gegeben hätte,
was ich wußte, da John King mal darüber hier in der Liste berichtet hatte.
Darauf versetzte Schröder, ja, aber er, Schröder, habe keine zwei Millionen (DM)
dafür bekommen.
Also Autoren, nach dem Hundertsten den Vorlass ins Archiv geben, dann rollt
der Rubel ;-)
Geld in persönlicher Hinsicht war für EJ eigentlich kein Thema in seinen
Veröffentlichungen soweit ich das übersehe. Das entspräche nicht dem von ihm
gepflegten Bild und wohl auch nicht seiner Denkungsart.
Er muß wohl über ausreichende Mittel verfügt haben, in einem Brief an Nebel
nach dem Krieg äußert er sich daß bei ihm anläßlich eines Umzugs zur Zeit die
Bücher zu Tausenden hinaus flögen. Die müssen ja mal angeschafft worden sein.
Und dann das Porto für seine Briefwechsel! Es gab auch zeitweise Hauspersonal
und Sekretäre.
Die Stahlgewitter waren in den Zwanzigern ja ein Bestseller, ich weiß aber
nicht wie das zu der Zeit für einen Autor honoriert wurde.
Vielleicht hat er sich ja heimlich am Kapitalmarkt getummelt ;-) , in Ortners
Erzählung aus Heliopolis zeigt er zumindest ganz gutes Verständnis der
bezüglichen Mechanismen ...
Heiner Müller schreibt in einem Bericht über einen Besuch bei EJ 1988: "Man
merkte, er ist nicht reich, die Bücher bringen nicht sehr viel." Inwieweit
Müller das beurteilen konnte weiß ich nicht.
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Es sei mir eine teilweise OT-Frage gestattet: es gibt ja einen packenden
Roman über Börsengeschehen und -fieber im Paris des zweiten Kaiserreiches (Zola,
L'Argent). Es müßte doch ähnliche literarische Zeugnisse der Börsenbooms der
Bismarckzeit geben, kann mir da jemand was nennen?
Gruß
Walter Hedderich
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